iamiamEurope > Fine Arts > Sculpture > Markus Hiesleitner
Markus Hiesleitner | DG Bildhauerei
Sculpture
Concept of Examen:
DG Bildhauerei / Video 8´55´´/ Den Ausgangspunkt meiner Diplomarbeit bildet der Dachraum des Bildhauereigebäudes, der mich orts- und situationsbezogen, aber auch mit seinen architektonisch-räumlichen Charakteristika beschäftigt. Die Arbeit steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem gemeinsamen Strukturbildungs- und Raumschaffungsprozess im Steinsaal des Bildhauereigebäudes. Sie ist die Übersetzung meines persönlichen Umgangs mit der vorgefundenen Raumsituation. Mein Konzept ist es, einen poetischen Zusammenhang zwischen dem Dachraum des Bildhauereiateliers und der Konstruktion der DiplomandInnen zu visualisieren, um zu zeigen, wie das Eine (die Leere des Dachbodens) das Andere (Schaffen/Chaos in Bezug zum Erdgeschoss) bedingt. Durch ein Video hole ich den leeren Dachraum in die aus geschichteten Materialien konstruierte Treppe, die vom Erdgeschoss auf die erste Ebene der Installation führt. Ich interveniere also auf direktem Wege in die Konstruktion und erweitere sie mit bereits Vorhandenem. Das Video wird inmitten der Treppen-Konstruktion auf einem alten Fernseher gezeigt, der bereits ein integrierter Bestandteil der Treppe war. Die Treppe führt den Besucher über die Artefakte auf die neue Raumebene. Von dort aus nimmt er sein Umfeld aus anderer Perspektive wahr, gleichzeitig verweist die Treppe in Richtung Dachboden. Das Video dokumentiert den Dachboden entlang des vorhandenen Transportsteges, welcher eine Begehung des gesamten Dachraumes von fast 2000 qm ungehindert ermöglicht. Es scheint, als wüchse die Konstruktion des Dachbodens selbst aus der Leere. An wenigen Stellen erhält der Dachboden dann aber doch den Charakter eines Speicherortes, denn in Nischen und Ecken finden sich skurrile Gegenstände, Schriftzüge auf Balken und unauffällige Objekte, die nicht einzuordnen sind. Das Balkenwerk und die Feuermauertüren strukturieren den Film in Abschnitte/Kapitel, die fließend ineinander übergehen. Über den sich immer wieder öffnenden Blick durch die Feuermauertüren erhält die Dokumentation, in Form einer Erkundung der vorhandenen Leere, gleichsam Spannung und Poetik. Der Moment des Türöffnens entspricht einer Überblendung und so kommt es in regelmäßigen Abständen zu dem Eindruck einer weißen, leeren Projektionsfläche. Das Video vermittelt einen schwebenden, traum-ähnlichen Zustand, der durch die Wiederholung intensiviert wird. Mit dem Video transportiere ich den Dachraum in die darunter gelegene Struktur und mache den Besucher neugierig auf einen Raum in unmittelbarer Nähe, der für ihn verschlossen bleibt. Mit Hilfe des Mediums kann ich den Blick lenken und mache den Dachboden aus meiner persönlichen Wahrnehmung heraus begehbar, mache den Betrachter auf Inhalt und Nicht-Inhalt aufmerksam.
 
Akademie der Bildenden Künste Wien
Monica Bonvicini
 
mail to: markus.hiesleitner@gmx.at
 
 
AK-BILD Wien
COMMENTS    5  
4.5  /2  
 
 
send a friend